Beschläge für Notausgänge und Fluchttüren mit Antipanikfunktion.

Notausgangsverschlüsse bestehen aus Schloss und Beschlag. Sie sollen gewährleisten, dass in Gefahrensituationen die Notausgangstür mit nur einer einzigen Betätigung freigegeben und geöffnet werden kann, egal, ob sich die Tür im verriegelten Zustand befindet oder nur durch die Falle geschlossen ist.

Unbedingt beachten:
Beschlag und Schloss müssen stets gemeinsam geprüft und zertifiziert sein. Sie können aber separat ausgeschrieben und ausgeliefert werden.

Quelle: FSB

Quelle: FSB

Funktionen von Drückergarnituren:

Panikfunktion B – Umschaltfunktion:

  • Der äußere Türdrücker ist im Leerlauf, die Schlossfalle hält die Tür im Schließblech und der Riegel ist eingefahren. Ein Zutritt von Außen ist nur per Schlüssel möglich.
  • Wenn der Schlüssel jetzt in eine spezielle Position gedreht wird, wird der äußere Türdrücker durch die Mechanik im Schloss dauerhaft eingekuppelt. Er erhält wieder seine bekannte Öffnungsfunktion zum Zurückziehen der Schlossfalle. Der Türdrücker behält diese Öffnungsfunktion so lange, bis mit dem Schließen des Schlüssels der äußere Türdrücker wieder in den Leerlauf versetzt wird. Weil man jeweils dauerhaft zwischen Leerlauf und Öffnungsfunktion umschalten kann, spricht man hier von der Umschaltfunktion.

–> Im Video: https://www.youtube.com/watch?v=BOafLcuz074 (Quelle: GU)

 

Panikfunktion C – Schließzwangfunktion:

  • Der äußere Türdrücker ist im Leerlauf, die Schlossfalle hält die Tür im Schließblech und der Riegel ist eingefahren. Ein Zutritt von Außen ist nur per Schlüssel möglich.
  • Wenn der Schlüssel jetzt in eine spezielle Position gedreht wird, wird der äußere Türdrücker durch die Mechanik im Schloss kurzzeitig eingekuppelt. Nur während dieser Schlüsselposition erhält der Türdrücker seine Öffnungsfunktion und währenddessen kann der Schlüssel allerdings nicht abgezogen werden. Weil man also gezwungenist den äußeren Türdrücker wieder in den Leerlauf zu versetzen, bevor man den Schlüssel abziehen kann, spricht man hier von der Schließzwangfunktion.

–> im Video: https://www.youtube.com/watch?v=ecQrWihgcQk (Quelle: GU)

 

Panikfunktion D – Durchgangsfunktion (auch Feuerwehrfunktion):

  • Der äußere Türdrücker ist immer eingekuppelt und hat seine Öffnungsfunktion. Nur die Schlossfalle hält die Tür und kann jederzeit von außen über den Türdrücker geöffnet werden. Weil automatisch der freie Durchgang (Zugang) von außen hergestellt wurde, spricht man hier von der Durchgangsfunktion. Da also auch die Feuerwehr solche Türen während Ihrer Einsätze als Rettungszugang nutzen kann, spricht man eben auch von der Feuerwehrfunktion.
  • Nur wenn die Tür abgeschlossen ist, ist der äußere Türdrücker im Leerlauf.

–> im Video: https://www.youtube.com/watch?v=uWtLppu_Ao4 (Quelle: GU)

 

Panikfunktion E – Wechselfunktion

  • Funktion von innen
    Ausgang von innen nach außen, der Drücker auf der Innenseite betätigt Falle und Riegel. Ein Verschließen über den Schlüssel von innen oder außen ist wieder erforderlich.
  • Funktion von außen
    Als Beschlag darf nur ein Schild mit feststehendem Knauf oder Stoßgriff verwendet werden. Die Betätigung von Falle und Riegel erfolgt nur mit dem Schlüssel über den Wechsel. Beide Verschlusselemente werden dabei zurückgezogen.

–> im Video: https://www.youtube.com/watch?v=uWtLppu_Ao4 (Quelle: GU)

DIN EN 179 für Notausgangs-Verschlüsse:

Die europäische Norm DIN EN 179 für Notausgangs-Verschlüsse gilt seit Juni 2002 und wurde 2008 überarbeitet. Sie definiert die Anforderungen und Prüfverfahren und gibt konkrete Empfehlungen zu deren Anwendung.

Anwendungsbereich

Sie gilt für Verschlüsse an Türen in Flucht- und Rettungswegen, wo Notsituationen entstehen können. Die Ausgänge und ihre Beschläge sind den Menschen im Gebäude vertraut (z. B. Bürogebäude ohne Publikumsverkehr).

 

Notsituation

Eine Notsituation tritt ein, wenn für eine Person oder Personengruppe eine lebensbedrohliche Situation entsteht, jedoch nicht davon auszugehen ist, dass diese zu einer Panik führt. Ein typisches Szenario ist der Brand einer Büroetage, auf der das Büropersonal mit den Fluchtwegen vertraut ist und so kontrolliert der Gefahr entkommen kann.

 

Zulässige Beschläge

Türgriffe oder Stoßgriffe bzw. Griffplatten, die für die Verwendung in Notsituationen entwickelt wurden (siehe nachstehende Zeichnungen).

Türgriffe oder Stoßgriffe bzw. Griffplatten, die für die Verwendung in Notsituationen entwickelt wurden (siehe nachstehende Zeichnungen).

Quelle: HOPPE

DIN EN 1125 für Antipanik-Türverschlüsse:

Die europäische Norm DIN EN 1125 für Antipanik-Türverschlüsse gilt seit Juni 2002 und wurde 2008 überarbeitet. Sie definiert die Anforderungen und Prüfverfahren und gibt konkrete Empfehlungen zu deren Anwendung.

 

Anwendungsbereich

Sie gilt für Verschlüsse an Türen in Flucht- und Rettungswegen, wo Paniksituationen entstehen können. Die Ausgänge und deren Beschläge sind nicht allen Menschen im Gebäude vertraut (z. B. Ausgangstüren in öffentlichen Gebäuden).

 

Paniksituation

Eine Paniksituation kann eintreten, wenn aufgrund einer lebensbedrohlichen Situation viele Menschen oder Menschenmassen aus einem Gebäude fliehen müssen. Oftmals spielen Faktoren wie starke Rauchentwicklung, Dunkelheit und die Anwesenheit ortsfremder Personen eine Rolle. Ein typisches Beispiel ist der Brand in einem Kinosaal.

 

Zulässige Beschläge

Waagerechte, über die gesamte Türbreite reichende Griff- oder Druckstangen.