Beschläge für Rauch- und Brandschutztüren

Feuerschutz- und Rauchschutztürbeschläge gehören zur Gruppe der Spezialbeschläge mit bauaufsichtlicher Zulassung. In der Konstruktion, in der Türblattausführung und in den Einbaudetails müssen konstruktive und ausführungstechnische Einzelheiten unter genauer Berücksichtigung von Baumusterprüfungs-Ergebnissen (Prüfzeugnissen) besonders sorgfältig umgesetzt werden.

Die Beschläge werden entsprechend der geforderten Feuerwiderstandsdauer (T 30, T 60, T 90, T 120) eingestellt. Spezialbänder müssen während der Beflammung im Prüfinstitut ihre Position und Funktion behalten. Brandschutztüren müssen mit selbstschließenden Vorrichtungen ausgestattet sein. Impulse vom Rauchmelder müssen Feuerschutztüren sofort, ohne Behinderung schließen und verriegeln. Auf der Beflammungs-Gegenseite darf keine Hitze und keine Deformierung während der Beflammungsdauer eintreten. Für die Erfüllung dieser Forderung übernehmen die verschließenden Funktions-Spezialbeschläge, im System, neben der Widerstandseigenschaft der Türfläche und der Montagefuge im Brandfall eine besonders hohe Verantwortung.

Wichtiger Hinweis:
Für Rauch- und Feuerschutztüren dürfen nur geprüfte Garnituren verwendet werden. Sie sind erkennbar an einem dauerhaft angebrachten Prüfzeichen. Feuer-/Rauchschutztüre, Beschlag und Zarge bilden eine Einheit. Sie sollten als geprüfte Einheit von einem Hersteller komplett bezogen werden.

Quelle: HOPPE

Basisanforderungen an Feuerschutz-Drückergarnituren und Bänder:

Die wichtigsten Anforderungen an Feuerschutz-Drückergarnituren und Feuerschutzbänder lassen sich in 13 Basisanforderungen zusammenfassen. Entsprechend klassifizierte Erzeugnisse erfüllen diese Forderungen.

  • Alle Drücker, die mit schmelzbarem Material überzogen sind, müssen einen Stahlkern besitzen, der min. 80 mm in den Drücker hineinragt. Das gilt für Feuerschutztüren bis 1000 °C und für Rauchschutztüren bis 300 °C
  • Türdrücker, die mit brennbarem Werkstoff, z.B. Polyamid überzogen sind dürfen höchstens normal entflammbar und nicht leicht entflammbar sein
  • Drückerstifte müssen aus 9 mm und Qualitätsstahl bestehen, in Längsrichtung ungeteilt und ohne Querschnittsverringerung.
  • Türdrückerlager müssen min. 5 mm breit und mit Werkstoff abgedeckt sein, der bis 1000 °C gegen abschmelzen beständig ist.
  • Drückerstifte dürfen Kräfte, die beim Öffnen und Schließen entstehen, nicht auf die Schlossnuss übertragen.
  • Drücker müssen zur Tür hin gebogen sein, das beugt Unfällen auf Rettungswegen vor
  • Türdrücker in Anti-Panikschlössern müssen zugfest und drehbar gelagert sein, die Schlösser können in Fluchtrichtung bei verriegelten Türen über Drücker entriegelt werden. Bei Konstruktionen mit geteilter Schlossnuss sind miteinander verbundene Antipanikstifte zu verwenden.
  • Feste oder drehbare Türknöpfe in Kombination mit Türdrückern dürfen nur dann verwendet werden, wenn der Türdrücker auf der Fluchtseite in Fluchtrichtung montiert ist.
  • Alle Öffnungen, die durch Schlüssellöcher entstehen, müssen mit selbstschließenden Klappen versehen sein, deren Werkstoff bis 1000 °C beständig ist. Bei Zylinderschlössern ersetzt der Schließzylinder die Klappe.
  • Unterkonstruktionen von Schildern und Rosetten müssen min. aus 1 mm dicken Werkstoff bestehen, der bis zu einer Temperatur von 1.000°C beständig ist.
  • Schilde und Rosetten müssen mit min. zwei lockerungsgesicherten Schrauben befestigt sein, wenn Nocken oder Fixierstifte in das Türblatt eingreifen, weitere Verschraubungen dürfen das Türblatt nicht durchdringen.
  • Beschläge dürfen nur mit Anschlag- und Bohrlehren sowie Montagehilfen befestigt werden.
  • Der Korrosionsschutz muss für die Lebensdauer ausreichend sein.

Wie muss eine Feuerschutz-Türgriff-Garnitur aufgebaut sein?

Feuerschutz-Türgriff-Garnituren müssen, um die Funktion des Feuerschutzabschlusses zu gewährleisten, nach den in der DIN 18273 geregelten Anforderungen aufgebaut sein. Diese Norm gilt für alle Feuerschutz-Türgriff-Garnituren, die bei Feuerschutztüren und Rauchschutztüren eingesetzt werden. Neben der Türgriff-Garnitur gehören auch weitere Feuerschutz-geprüfte Bauteile, wie beispielsweise das Schloss, die Bänder, die Türschließer usw., zur Feuerschutztür. Wird ein nicht Feuerschutz-geprüftes Bauteil an einer Feuerschutztür verwendet, ist die Erfüllung der o. g. Anforderungen gefährdet.

Griffform bei Brandschutztüren:

Feuerschutz-Antipanik-Türgriff-Garnituren (FS-AP)

Feuerschutz-Antipanik-Türgriff-Garnituren (FS-AP) werden üblicherweise an Türen in Rettungs- und Fluchtwegen eingesetzt. Aus diesem Grund ist hierbei ein Modell zu wählen, dessen Griffende zum Türblatt hin gebogen ist. Türgriff-Garnituren für Schlösser mit Antipanik-Funktion müssen grundsätzlich eine zugfeste und drehbare Grifflagerung aufweisen.

 

Wichtig:

Feuerschutz-Garnituren nach DIN 18273 sind Bestandteil der Bauregelliste A der Landesbauordnungen und müssen als Verwendungsnachweis das Übereinstimmungszertifikat (ÜZ) führen. Ausgestellt wird das Übereinstimmungszertifikat von einer anerkannten Prüf- und Zertifizierungsstelle unter der Voraussetzung, dass das Bauprodukt der maßgeblichen technischen Regel (hier DIN 18273) entspricht, einer ständigen werkseigenen Produktionskontrolle und einer Fremdüberwachung durch die Zertifizierungsstelle unterliegt.